Thementag für die 11. Jahrgangsstufe: Die Energiewende im Landkreis Ebersberg

24.9.2015 und 22.9.2016


„Der Landkreis Ebersberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 frei von fossilen und anderen endlichen Energieträgern zu sein.“ So lautet der Kreistagsbeschluss aus dem Jahr 2006, der am 27. April 2015 einstimmig im vollen Wortlaut bestätigt worden ist. 
(http://www.energiewende-ebersberg.de/)


Der „Energiewendetag“ sollte die Schüler und Schülerinnen nicht nur über die anspruchsvollen Ziele des Landkreises im Bereich des Klimaschutzes informieren. Er wollte den Jugendlichen auch die Chancen vor Augen halten, die die Energiewende mit sich bringt, und zwar nicht „nur“ die Einsparung von Ressourcen und die Entschleunigung des Klimawandels, sondern auch die  Erweiterung der eigenen beruflichen Perspektiven durch die Entwicklung und den Einsatz von Innovationen, die die Wirtschaftskraft – nicht zuletzt des Landkreises - steigern. So werden die Jugendlichen motiviert, sich persönlich für die Energiewende zu engagieren.


Jeder Schüler durchlief drei Module, wobei Modul 3 eine Wahlmöglichkeit bot.


Modul 1 führte die Schüler nach Glonn, eine Marktgemeinde im Landkreis EBE, die versucht, bereits bis 2020 die Energiewende zu realisieren. Um Interessierten aus dem In- und Ausland die Fülle an Projekten möglichst sinnfällig vor Augen zu führen, wurde ein Energielehrpfad eingerichtet, der 25 Stationen umfasst. Hier werden die unterschiedlichen Möglichkeiten regenerativer Energiegewinnung (Wasser, Sonne, Holz und Biogas) und der Energieeinsparung demonstriert.
(http://energiewende-glonn.de/energielehrpfad.html)


Zwei dieser „Leuchtturmprojekte“ wurden den Schülern vorgeführt: Die Stegmühle ist ein kleines Wasserkraftwerk mit langer Tradition und einem winzigen Museum. Herr Esterl, Vorstand der Stegmühlengenossenschaft, informierte gut verständlich über die Anlage, die mithilfe einer Francis-Turbine jährlich 52 000 kWh Strom erzeugt und gleichzeitig mit Pumpen den Weiher des Klosters Zinneberg mit Wasser versorgt.


Herr Esterl erklärt den Schülern am Zulauf zur Turbine die grundlegenden Prinzipien der Stromerzeugung durch Wasserkraft …


… und schwärmt von der Haltbarkeit der mehr als hundert Jahre alten Turbine.


Nur mit Eigenenergie – also gänzlich ohne elektrischen Strom – transportierte der Hydraulische Widder Wasser von einer Quelle zu einem auf einer Anhöhe liegenden Einödhof.


Auf dem Weg zur Schokoladenformenfabrik Brunner.

Danach führte eine kurze Wanderung zur Brunner GmbH, einem energieintensiven Betrieb, der Schokoladenformen herstellt und in diesem Bereich zu den Weltmarktführern gehört. Er deckt seinen Energiebedarf zu 100 % aus regenerativen Energien und hat erstaunliche Erfolge bei der Energieeinsparung erzielt.


Herr Schwaiger, der Geschäftsführer der Brunner GmbH, erläutert persönlich die Philosophie des Betriebes …


… und erklärt die Überwachung der Energieeffizienz der betrieblichen Aktivitäten.


Modul 2 moderierte die Energieagentur Ebersberg. 2015 informierten Frau Fischer und Frau Huber über die Energiewende im Landkreis. Die Schüler erarbeiteten auf der Grundlage dieses Wissens ein Quiz. Mithilfe von technischen Geräten, z.B. einem Energiefahrrad, „erfuhren“ sie den Aufwand, der betrieben werden muss, um Strom zu erzeugen und wurden an Möglichkeiten der Energieeinsparung erinnert.


Die Quizfragen  werden von den Gruppensprechern vorgestellt.


Wie viel Schweiß erfordert es, einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen?

2016 gestaltete Herr Gröbmayr, der Leiter der Energieagentur Ebersberg, Modul 2 und informierte äußert engagiert über die Energiewende im Landkreis: ihre Zielsetzung, ihre Notwendigkeit und die Formen der Realisierung. Am Ende war klar: Die Energiewende ist unerlässlich und bietet jede Menge Chancen – vor allem den Jugendlichen.

Modul 3 bot die Wahlmöglichkeit zwischen einem Vortrag  und einer Internetrecherche:
Die Referentin, Frau Buch, Mitarbeiterin des Münchner Umweltinstitutes, ging in ihrem Referat der Frage nach, welche wirtschaftlichen Interessen (z.B. vonseiten der Energieversorger) einer raschen Energiewende in Deutschland entgegenstehen und diese behindern. Andererseits können aber gerade Finanzinteressen die Energiewende vorantreiben, wenn Groß-Investoren, z.B.  Versicherungen, riesige Summen aus der Kohlenstoffwirtschaft abziehen (Divestment).

Auch wurde deutlich, dass die Energiewende eine „Demokratisierung“ der Energieversorgung herbeiführen kann: Die Bedeutung von Großkraftwerken geht zurück, Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern von Privathäusern oder Bürgerwindparks produzieren einen immer größeren Anteil des benötigten Stroms. Allerdings gibt es hier auch gegenläufige Entwicklungen, die von den Bürgern kritisch beobachtet werden sollten.

Als Alternative zu diesem Vortrag  wurde unter Leitung von Herrn Schuster die Möglichkeit geboten, im Internet zu vorgegebenen ökologischen Themen nach bestimmten Kriterien kurze, informative Videos, Grafiken oder Schaubilder zu suchen, die ein Umweltproblem darstellen, seine Folgen beleuchten und Lösungsansätze bieten. Dieses Material wird als Grundlage für Vertretungsstunden genutzt.

Wir danken allen externen Unterstützern und denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die durch ihr Engagement den „Energiewendetag“ ermöglicht haben.


zuletzt geändert am 09.09.2017, 21:43